Quotenentstehung

Berechnung und Entwicklung einer Wettquote

Wohl jeder Spieler, der sich schon längere Zeit mit der Materie des Sportwettengeschäfts auseinander setzt, wird sich sicherlich schon einmal die Frage gestellt haben, wie so eine Wettquote überhaupt entsteht. Wahrlich eine gute & berechtigte Frage, da es sehr sinnvoll sein kann, nachzuvollziehen woher der Wert einer Quote stammt um gegebenfalls Abweichungen zu entdecken und diese zum eigenen Vorteil auszunutzen.

 

Um die Wettquote einer Partie oder eines Ereignisses zu ermitteln bedarf es keiner „hohen“ Mathematik, sondern es reichen voll & ganz grundlegende Kenntnisse im Dividieren & Multiplizieren. So verwenden alle Buchmacher zur Quotenbildung die einfache Formel: Hierbei ist die einzige Variable – also die Wahrscheinlichkeit in Prozent (%) – entscheidend für den Wert der Quote. Umso höher die eingeschätzte Prozentzahl der Buchmacher liegt, desto niedriger ist die daraus resultierende Wettquote (aus kleinen Prozentzahlen errechnen sich dann logischerweise hohe Quoten). Hinzu kommen noch gewisse Anteile (die sogenannte „Marge“), welche sich Quotenschreiber abzwicken um sicher zu stellen, dass ihre geschriebenen Wettquoten auch einen sicheren Gewinn abwerfen. Dieser Anteil beträgt bei den meisten Wettanbietern zwischen fünf & zehn Prozent und wird von der berechneten Wettquote abgezogen, bevor diese dann dem Kunden zur Verfügung steht. Um die prozentuale Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs einer Begegnung zu ermitteln, benutzen Buchmacher spezielle Computerprogramme. In diese lassen sie sämtliche notwendige & bekannte Statistiken beider Kontrahenten einfließen um am Ende einen prozentualen Wert zur Quotenschreibung zu bekommen. Ebenso wirken sich Formkurven, Witterungs- & Platzverhältnisse, Aufstellungen, gesperrte oder geschonte Spieler und der Heimvorteil auf die angebotene Quote aus (sowie besondere Konstellationen, wo z.B. beiden Teams ein Unentschieden reicht zum Weiterkommen oder zum Klassenerhalt). Meistens vergleichen Buchmacher regelmäßig ihre geschriebenen Quoten mit denen der anderen Wettanbieter um gegebenfalls größere Abweichungen zu erkennen und zu beseitigen. Ebenfalls gibt es besondere Fälle, in denen der Verdacht auf eine mögliche Spielmanipulation naheliegt. Diese Vermutungen liegen insbesondere dann nahe, wenn sehr hohe Summen auf unterklassige Spiele platziert werden, solche die eben bedeutend leichter zu manipulieren gehen. Buchmacher reagieren darauf mit Limitierungen der Einsätze, mit enormer Reduzierung der Wettquote (deutliche Steigerung der eigenen „Marge“) oder andere nehmen sogar kurzerhand das betroffene Spiel aus ihrem Wettsortiment. In der Regel kommt sowas jedoch nicht so oft vor oder man bekommt es schlicht & einfach zu selten mit.

Beispiel:

Angenommen der Buchmacher dotiert ein Tennismatch mit 65% Gewinnwahrscheinlichkeit für Tipp 1 und die restlichen 35% für Tipp 2. Nun berechnet er die Quoten wie folgt:

  • Tipp 1:  1/65% x 100% = 1,53
  • Tipp 2:  1/35% x 100% = 2,85

Als nächsten Schritt zieht er die übliche „Marge“ ab (angenommen 5%):

  • Tipp 1:  0,95 x 1,53 = 1,45
  • Tipp 2:  0,95 x 2,85 = 2,70

Damit hat der Quotenschreiber jetzt seine tatsächlichen Wettquoten die er so dem Kunden anbieten wird.

Böse Zungen behaupten, es gäbe Buchmacher, welche die Wettquoten bei anderen Wettanbietern abschreiben um sich so den Aufwand der Berechnung und der damit verbundenen Zeit zu sparen. Das sind allerdings nur wage Spekulationen und konnten bisher nie nachgewiesen werden.